Das schöne Monster

  • Ohne natürliche Fressfeinde vermehrt sich die Eichhornie bemerkenswert schnell: In nur zwei Wochen verdoppelt eine Wasserhyazinthen-Decke ihre Fläche.

    In Afrika z.B. wuchert sie nach und nach sämtliche Binnengewässer zu - mit fatalen Folgen für die Umwelt. Die enormen, dichten Pflanzenteppiche verhindern den Lichteinfall, heimische Wasserpflanzen und Fische sterben. Zusätzlich wird dem Wasser Sauerstoff entzogen, so dass der Säuregehalt des Wassers steigt. Dadurch sinkt in den Flüssen die Fließgeschwindigkeit, Verschlammung ist die Konsequenz.

    Beobachtungen um den ostafrikanischen Lake Viktoria lassen befürchten, dass durch die Wasserhyazinthe die wirtschaftliche Lebensgrundlage von Millionen Menschen bedroht ist.

  • 1988 wurde sie das erste Mal auf ihm entdeckt, zehn Jahre später bedeckte sie bereits hunderte Quadratkilometer des größten Sees Afrikas. Die zähen Stiele der „Wasserpest“ blockieren die Schrauben von Fischerbooten, in Wasserkraftwerken verstopfen sie die Turbinen, Schifffahrt und Reisanbau kommen zum Erliegen.

    Doch wie kann man dieser menschengemachten Plage Herr werden? In Californien z.B. werden Maschinen verwendet, die die Schwimmpflanzen-Teppiche zerstören. In anderen Gebieten wurden Herbizide verwendet, die jedoch auch andere Spezies vernichteten und einen noch größeren Schaden anrichteten. In Indien wurde die energetische Nutzung der Pflanze durch Vergärung in Biogasanlagen in Betracht gezogen.

  • Den besten Erfolg scheint bislang die biologische Bekämpfung zu haben: So wurden am Lake Viktoria Rüsselkäfer (Neochetina eichhorniae und N. bruchi) ausgesetzt, die ausschließlich Wasserhyazinthen fressen. Bleibt zu hoffen, dass die Rüsselkäfer selbst keine negativen Nebeneffekte haben...

    Wesentlich sinnvoller wäre es doch, die Wasserhyazinthe nicht mehr als Unkraut, sondern als Rohstoff zu betrachten! Die Natur selbst ist hier Vorbild - in ihrem Kreislauf kommt Abfall so gut wie nicht vor, alles wird auf die ein oder andere Weise wiederverwertet.

    Die Produktidee des Wasserhyazinthensessels der Projektwerkstatt weist in genau diese Richtung. Aus Unkraut mach Designersessel - und das nicht auf Kosten, sondern zu Gunsten der Umwelt.