Verbreitung

  • Ein ökologischer Unfall

    Die Dickstielige Wasserhyazinthe (bot. Eichhornia crassipes) ist eine ausdauernde, freischwimmende Wasserpflanze aus der Familie der Wasserhyazinthengewächse (Pontederiaceae).

    Wie konnte es geschehen, dass eine Pflanze, die sich harmonisch in ihr heimisches Ökosystem im brasilianischen Amazonasgebiet einfügt, zum biologischen Invasoren wurde? Der Siegeszug der Eichhornie nahm Ende des 19. Jahrhunderts seinen Lauf. Bis dahin bildeten Berge und Meere eine natürliche Barriere gegen ihre Expansion. Doch dann wurde sie ihrer schönen Blüten wegen in anderen Erdteilen angesiedelt, erst kam sie 1880 nach Europa, und von hier wahrscheinlich im Jahre 1884 auf die indonesische Insel Java.

    Dort, im Botanischen Garten der Stadt Bogor, wurde 1907 eine thailändische Prinzessin auf die Wasserhyazinthe aufmerksam. Entzückt von den dekorativen blauen Blüten beschloss sie, einen Ableger für den Zierteich ihres Palastes mitzunehmen.

  • Bereits vier Jahre später sah sich die thailändische Regierung gezwungen, ein Gesetz gegen die weitere Verbreitung der Wasserhyazinthe zu verabschieden. In der kurzen Zeitspanne von 1907 bis 1911 hatte sich die harmlos anmutende Pflanze zu einer wahren Plage entwickelt.

    Denn was die blumenliebende thailändische Prinzessin nicht wissen konnte: Anders als in ihrem angestammten Biotop traf die Eichhornie in den Gewässern Thailands auf keinerlei natürliche Feinde, woraufhin sie sich nahezu ungehindert vermehren konnte...

    Heute findet man die Wasserhyazinthe in Gewässern weltweit. So haben dank menschlichen Leichtsinns inzwischen Nordamerika, Australien, Japan, Indien und vor allem Asien und Afrika massive Probleme, die Wasserhyazinthen-Invasion in den Griff zu bekommen.